Dumonts Kleines Pastalexikon

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Warenkunde war gestern! Heute ist Lexikon. Viel zu lange fristete die Nudel ein Schattendasein in der mitteleuropäischen Küche, z.B. als Beilage zu Rouladen und Wild. Zu Unrecht: Die kleinen Alleskönner, die nie in der Einzahl auftreten, sind richtig zubereitet ein Genuss für sich. In Italien gibt es Nudeln in allen nur vorstellbaren Formen und Farben des Regenbogens und das Wissen um ihre Herstellung wird gewissermaßen mit der Muttermilch eingesogen. Für alle, die dieses Privileg nicht genießen konnten, gibt es Dumonts kleines Pasta-Lexikon. Die Reise beginnt in Italien, mit ernährungstechnischem Hintergrundwissen und der Geschichte der Pasta. Und es geschieht das Unwahrscheinliche: Auch absoluten Fundamentalisten der Fleisch-ist-mein-Gemüse-Fraktion rinnt das Wasser im Munde zusammen bei dem Lob des Wundergeschöpfs aus Mehl, Wasser und Salz sowie wahlweise Eier, Öl und exotische Leckereien wie Rote Bete und Spinat (für die Färbung) oder getrockneten Steinpilzen und geriebenen Kürbiskernen (für den Geschmack). Die Lobeshymnen auf das letzte Allroundgenie der nördlichen Hemisphäre werden durch unzählige Farbfotos unterstrichen: rohe, frische Pasta, zum Trocken auf lange Stäbe gehängt, Nudelarrangements, attraktive Südländer und schwenkende Pfannen. Kein Klischee wird ausgelassen, aber auch keine Wissenslücke bleibt offen: Wer schon immer wissen wollte, wieso manche Nudeln gerieft sind oder wie die kleinen, ringförmigen in der Minestrone heißen, dem wird hier geholfen. Ins (internationale: asiatische, deutsche) Nudelensemble gesellen sich auch typische Begleiter wie Brot, Wein, Öl und natürlich die Zutaten und Rezepte für die wichtigsten Pastasaucen: Tomaten, Parmesan, Oliven, Spinat, Kapern etc. Wer jetzt noch kein Urlaubsgefühl empfindet, dem sei noch eins verraten: Gegen Ende des Buches werden alle Regionen Italiens einzeln vorgestellt, mit besonderem Augenmerk auf die regionalen Spezialitäten. Wer die Pasta e Lenticche aus dem letzten Apulienurlaub unbedingt mal selber nachkochen will, wird hier fündig.

Das Buch wurde nur einmal gelesen und hat mich dabei zur Pasta-Connaisseurin gemacht. Es ist fast wie neu und eignet sich durch die edle Ausstattung perfekt als Geschenk – so ist es auch in meine Hände gekommen. Ob für die gestandene Hausfrau, die in Sachen Pasta Abwechslung sucht, oder den Studenten, der nächsten Monat das Haushaltsbudget seiner WG managen muss, dieses Buch ist das perfekte Mitbringsel. Denn klein sind an diesem Buch nur das Format und der Preis: Mit knapp 300 Seiten Pasta-Wissen und gefüttertem Hardcover sieht dieses Lexikon definitiv nach Luxusedition aus. Nicht für jedermann und jederfrau! Aber vielleicht ja für Sie?