…der Rest ist Schweigen

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Ein frisch bestelltes aber stehengelassenes Glas Bier, eine angerauchte Zigarette und ein melancholischer Gesichtsausdruck: das zeitlichlose Bild des Lyrikers, das sich nur durch den Kleidungsstil einer bestimmte Epoche zuordnen lässt.

In düsterem Schwarz präsentiert sich … der Rest ist Schweigen, das die frühen Gedichte des 22-jährigen Martin Frischmann enthält. Die Stimmung von Frischmanns Gedichten entstehen in einer von der Vergangenheit geprägten Gegenwart: die Konzentrationslager, die Morde des Nationalsozialismus und der Wahnsinn des 2. Weltkriegs sind bereits vergessen, undeutlich manifestieren sich ihre Spuren sich aber in den Albträumen, die von Frischmanns Gedichten heraufbeschworen werden.

Der Gedichtband ist illustriert mit Schwarz-Weiß-Fotos von traurigen Mädchen mit zerzausten Haaren, die auf Friedhöfen abhängen oder vor Wänden mit Hakenkreuz-Schmiererein posieren. Großaufnahmen von Massentierhaltung und Stacheldraht stehen neben Gedichten mit Titeln wie Sucht, Nr. 387625, Totenmaske und Grabinschrift.


[…]
Denn sein Vater wird kommen
Und ihn von dir nehmen

Der Krieg ist der Vater aller Dinge.
(Nur geliehen)