Nationalsozialismus in der „zweiten Generation“. Psychoanalyse von Hörigkeitsverhätnissen

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»Fünfzig Jahre nach Ausbruch des 2. Weltkriegs stellt die Autorin narzißtische Charakterentwicklungen der zweiten Generation dar. Die erste Generation, die Eltern der Kriegskinder, war im Dritten Reich herangewachsen oder erwachsen. Die meisten von ihnen teilten den Wahn des Führers, der ihnen den Besitz der ganzen Welt versprach, in Wirklichkeit aber überall die Vernichtung befahl. Gegenüber ihren Kindern sprachen sie nicht von den Ereignissen, vor allem nicht von der Bedeutung, die diese Zeit und diese Krieg für sie hatte, den sie miterlebt, mitgemacht oder in dem sie mitgewußt hatten. Mit der Deklaration der „Stunde Null“ schnitten sie ihre Erinnerungen ab; sie erstarrten in Schweigen, die Fragen der Kindern blieben unbeantwortet. Dieses Schweigen drängte sich in das Unbewußte der Kindern ein und entfaltete dort seine Wirkung. Die Sprachlosigkeit ließ die Kinder orientierungslos bleiben und auferlegte ihnen gleichzeitig etwas, das unbegreiflich und nicht ihr eigen war. „Man mußte für die Sünden der Eltern büßen.“«