Lenin erzählt von vielen

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Lenin erzählt von vielen oder Lenin, erzählt von vielen ist ein reich illustrierter Sammelband aus der UdSSR. Das Buch wurde von dem sehr sympatischen, bis in die 70er Jahre existierenden Verlag Progress in Moskau verlegt, der neben sowjetischen Propagandamaterial und marxistischer Literatur auch Kinderbücher, Belletristik und wissenschaftliche Werke herausgab. Das vorliegende Buch passt demnach in eine dieser Rubriken.

Die anfängliche Verwirrung über Betonung und Sinn des Titels, vergeht spätestens nach dem Blick auf die erste Seite, wenn man erkennt, dass es nicht Lenin ist, der von vielem erzählt, sondern, dass Viele über Lenin erzählen. Unter diesen Vielen finden sich neben sowjetischen Schriftstellern auch Arbeiter, Bauern, sein Chauffeur, ein deutscher Professor und viele mehr.
Damit man auch weiß um wen es sich handelt wenn gerade Wladimir Bontsch-Brujewitsch oder Sofja Winogradskaja über Lenin berichten, wird die Lebensgeschichte jedes Erzählers kurz und mehr oder weniger vollständig auf einer halben Seite zusammengefasst.

Neben zahlreichen schwarz/weiß Fotografien von Lenin im Hof des Kremels, im Urlaub auf Capri, vor dem Karl Marx Denkmal oder einfach nur "Lenin, auf einer Stufe sitzend", sieht man auch wie sein Arbeitszimmer eingerichtet war oder wie sein Schlafzimmer im Kreml ausgesehen hat. Weiters sehr spannend, widmet sich das letzte Kapitel der Totenmaske Lenins.

Das Cover des Buches ist sehr eindeutig gestaltet – außer einem in gold und braun gehaltenem Mosaikportrait Lenins auf dem Stoffeinband ist es leer. Passend dazu sind der Titel im Buch sowie die oberen Flächen der Seiten in einem schönen Rot gefärbt, sodass man bei dessen Betrachtung schon erwarten kann mit "Liebe Genossinnen und Genossen" anstatt dem sonst üblichen "Lieber Leser, liebe Leserin" angesprochen zu werden.

Dieses Buch ist bestens geeignet für alle, die immer schon wissen wollten wie Lenins Chauffeur über ihn dachte, warum ein Originalabguss seiner Totenmaske in einem Privathaushalt in Deutschland steht oder wen es interessiert, wie Lenin im Alter von vier Jahren, im Gymnasium oder einfach nur mit Haaren auf dem Kopf aussah.